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PICC-Katheterpflege

Für Sicherheit und Komfort

Peripher eingeführte zentralvenöse Katheter (kurz PICC) finden in der medizinischen Praxis zunehmend Verwendung. Sie ermöglichen einen zuverlässigen Zugang, um Medikamente, Flüssigkeiten, Nahrung oder Blutprodukte direkt in den Kreislauf zu verabreichen. Dies erweist sich als besonders wertvoll, wenn Patienten über einen längeren Zeitraum – mehreren Wochen bis Monate – intravenös behandelt werden müssen. Ein PICC bietet erhebliche Vorteile – jedoch nur mit sorgfältiger Pflege und strikter Einhaltung der Hygienestandards. Andernfalls können Komplikationen wie Infektionen, Okklusionen oder Verrutschen des Katheters auftreten. Dieser Artikel liefert detaillierte, evidenzbasierte Leitlinien für die PICC-Pflege. Er richtet sich an Patienten sowie Pflegekräfte, die täglich mit zentralvenösen Zugängen zu tun haben.   

 

Übersicht

  1. Was ist ein PICC-Katheter?
  2. Wer benötigt einen PICC?
  3. Vorteile
  4. Potenzielle Risiken
  5. Prävention von Komplikationen
  6. Herausforderungen im Alltag
  7. PICC-Entfernung
Picc-Illustration
Source: Spectrum Vascular

Was ist ein PICC-Katheter?

Ein PICC ist ein langer, dünner, flexibler Schlauch, der in eine Vene im Oberarm eingeführt wird – typischerweise die Vena basilica, Vena cephalica oder Vena brachialis. Von dort führt der Katheter zu einer großen zentralen Vene in der Nähe des Herzens, meist zur Vena cava superior. Dank seiner Positionierung bietet der Katheter Zugang zu einem großen Gefäß mit starkem und schnellem Blutfluss. Dies erleichtert die Verabreichung von Medikamenten, die andernfalls kleinere periphere Venen reizen oder schädigen könnten.
Der äußere Teil des PICC-Katheters umfasst normalerweise ein oder mehrere Lumen (Kanäle), je nach Bedarf des Patienten. Diese Lumen sind farblich gekennzeichnet oder beschriftet, um ihre jeweiligen Verwendungszwecke zu unterscheiden. Ein-Lumen-PICCs können für eine bestimmte Therapieart eingesetzt werden, während Zwei- oder Drei-Lumen-PICCs für komplexere Behandlungen geeignet sind (z. B. gleichzeitige Verabreichung von nicht miteinander verträglichen Medikamenten oder Blutentnahme während laufender Infusionen).

PICC-Katheter legen

Die erstmalige Einlage erfolgt in der Regel in einem Krankenhaus, einer Ambulanz oder einem spezialisierten Infusionszentrum. Der Patient erhält eine Lokalanästhesie, um die Einstichstelle zu betäuben, während die Ultraschallüberwachung eine präzise Platzierung sicherstellt. Unmittelbar nach der Einlage wird die Stelle gereinigt, mit einer selbstklebenden Fixierung gesichert und mit einem sterilen, transparenten Verband abgedeckt.


Leitfaden zur PICC-Pflege

Nach dem Einführen des Katheters erhalten die Patienten die notwendigen Hilfsmittel zur Handhabung und zum Schutz ihres venösen Zugangs. Dazu gehören: 

 

  • alkoholbasiertes Handdesinfektionsmittel 
  • Einweg-Abdecktuch 
  • Alkoholtupfer 
  • Desinfektionskappen 
  • nadelfreie Anschlüsse 
  • Verbände 
  • Fixiervorrichtung 
  • wasserdichte PICC-Abdeckungen 

 

Darüber hinaus sollten Patienten auch eine Liste mit Notrufnummern ihres Behandlungsteams haben, damit sie bei Bedarf sofort Hilfe in Anspruch nehmen können.  

Wer benötigt einen PICC?

PICC-Katheter kommen für alle Patienten in Frage, die einen dauerhaften, langfristigen venösen Zugang benötigen. Dazu gehören Menschen, die sich einer Chemotherapie, einer längeren Antibiotika- oder Antimykotika-Therapie oder einer totalen parenteralen Ernährung (TPN) unterziehen. Der Katheter kann auch für häufige Blutentnahmen oder wiederholte intravenöse Flüssigkeitszufuhr verwendet werden, was weniger Beschwerden durch häufige Nadelstiche bedeutet.

  • Krebspatienten tragen häufig PICCs, da diese Katheter die kontinuierliche oder wiederholte Infusion von Medikamenten ermöglichen, die andernfalls kleinere Venen schädigen könnten.  
  • Auch Patienten mit chronischen Infektionen wie Endokarditis, Osteomyelitis oder Abszessen profitieren oft von PICC-Kathetern, da diese eine Verabreichung von Antibiotika über mehrere Wochen hinweg ermöglichen. Man spricht in diesem Zusammenhang von ambulanter parenteraler Antibiotikatherapie (kurz APAT).   
  • Personen mit einer Magen- oder Darmerkrankung, die die Nährstoffaufnahme verhindert – z. B. Morbus Crohn, Kurzdarmsyndrom oder Darmverschluss – können auf parenterale Ernährung angewiesen sein. Dies erfordert ebenfalls einen dauerhaften Zugang zu einer großen zentralen Vene, um Reizungen zu vermeiden und eine ordnungsgemäße Nährstoffzufuhr sicherzustellen.
  • In einigen Fällen werden PICC-Katheter bei kritisch erkrankten Patienten eingesetzt, die häufige Laborentnahmen oder die Verabreichung mehrerer intravenöser Medikamente erfordern.
  • Sie können auch für Menschen mit schlechten peripheren Venen (aufgrund von fortgeschrittenem Alter, ausgedehnten Narbenbildungen oder früheren intravenösen Therapien) von Nutzen sein. Da der Katheter über einen langen Zeitraum an Ort und Stelle verbleiben kann, gewährleistet er eine kontinuierliche Versorgung und reduziert die Notwendigkeit wiederholter Einführungen. Kurz gesagt: Mehr Sicherheit und Komfort für den Patienten.   
Picc-Line-Arm-Grey-Background
Quelle: MCM SCHAUBLIN

Vorteile von PICC-Kathetern

Patienten und Fachpersonal ziehen PICC-Katheter aus mehreren Gründen anderen Zugangsvorrichtungen (z. B. peripheren IV-Zugängen, getunnelten Zentralkathetern oder implantierten Ports) vor.

 

  • Der offensichtlichste Vorteil: Minimale Beschwerden. Da ein PICC-Katheter nach dem Einführen an Ort und Stelle verbleibt, müssen Patienten keine wiederholten Nadelstiche über sich ergehen lassen, was bei kurzfristigen IV-Zugängen notwendig ist.  
  • Ein weiterer wichtiger Faktor: Sicherer Zugang zur Verabreichung starker oder reizender Medikamente. Medikamente wie Chemotherapeutika, konzentrierte Elektrolyte oder bestimmte Antibiotika können kleine periphere Venen schädigen. Durch die direkte Zufuhr dieser Substanzen in eine große zentrale Vene verdünnt der PICC-Katheter sie schnell im Blutkreislauf. Dies verringert das Risiko von Venenreizungen oder chemischer Venenentzündung.
  • PICC-Katheter sind vielseitig und langlebig und ermöglichen durch separate Lumen die gleichzeitige Durchführung mehrerer Therapien. Sie können für Infusionen, Blutentnahmen oder die parenterale Ernährung verwendet werden und verbleiben bei ordnungsgemäßer Pflege mehrere Wochen oder sogar Monate an Ort und Stelle.  
  • Im Vergleich zu chirurgisch eingesetzten Kathetern oder Ports lassen sich PICC-Katheter relativ einfach legen und entfernen. In der Regel sind nur eine Lokalanästhesie und eine minimale Erholungszeit erforderlich.
  • Aus Patientensicht bietet die Versorgung mit PICC-Kathetern mehr Flexibilität und Unabhängigkeit im Vergleich zu anderen venösen Zugängen. Viele Behandlungen können somit zu Hause fortgesetzt werden. Dieser ambulante Ansatz verkürzt Krankenhausaufenthalte, verbessert die Lebensqualität und senkt oft die Kosten.

Potenzielle Risiken von PICC-Kathetern

Trotz ihrer Vorteile können zentralvenöse Zugänge bestimmte Komplikationen verursachen.

 

  • Das gefährlichste Risiko ist eine Infektion. Bakterien können während des Einführens, beim Verbandwechsel oder aufgrund der Nichtbeachtung der richtigen aseptischen Technik in den Katheter gelangen. Dies kann zu einer Infektion an der Austrittsstelle oder zu einer katheterassoziierten Blutstrominfektion (CRBSI) führen. Im schlimmsten Fall eskaliert Letzteres zu einer lebensbedrohlichen Sepsis.
  • Patienten müssen zudem darauf achten, Thrombosen (also die Bildung von Blutgerinnseln um den Katheter herum) zu vermeiden. Dies kann zu Schwellungen, Schmerzen oder Verfärbungen am Arm oder Hals in der Nähe der Austrittsstelle führen. In einigen Fällen können Blutgerinnsel in die Lunge wandern und eine Lungenembolie verursachen.
  • Ein weiteres häufiges Problem: Okklusion, d. h. Verstopfung des Katheters. Dies kann durch Medikamentenausfällungen, Blutgerinnsel oder Knicke im Schlauch entstehen. Eine verstopfte Leitung lässt sich  eventuell nicht richtig spülen oder es kann kein Blut entnommen werden. Kräftiges Spülen kann den Katheter beschädigen oder Gerinnsel lösen.
  • Mechanische Probleme wie das Verrutschen, Brechen oder Wandern des Katheters können auftreten, wenn der Katheter versehentlich gezogen oder nicht ordnungsgemäß gesichert wurde. Wenn der äußere Teil des Katheters länger oder kürzer als gewöhnlich erscheint oder Flüssigkeit austritt, sollte er unverzüglich von Fachpersonal untersucht werden.

Komplikationen bei PICC-Kathetern vorbeugen

Prävention ist besser als Behandlung. Das gilt für jede Art von Komplikationen. Durch die richtige Pflege des PICC-Katheters und eine konsequente Überwachung können Patienten das Risiko von Durchflussproblemen oder Infektionen minimieren.
Expertenrichtlinien empfehlen die Anwendung der aseptischen Non-Touching-Technik (ANTT). Diese Technik umfasst wesentliche Kontrollmaßnahmen, um sicherzustellen, dass pathogene Mikroorganismen das venöse Zugangsgerät nicht kontaminieren.

 

  • ANTT beginnt mit der Handhygiene. Vor der Handhabung eines PICC-Katheters müssen sich alle (einschließlich Pflegekräfte, Betreuer und Patienten) gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen und ein alkoholbasiertes Handdesinfektionsmittel auftragen. Alle Handgriffe am Katheter (z. B. das Anschließen des Schlauchs oder das Spülen) sollten nach einer aseptischen, berührungsfreien Technik erfolgen.
  • Auch die Verbandpflege spielt eine entscheidende Rolle bei der Versorgung von PICC-Kathetern. Die Einstichstelle muss mit einem sterilen, transparenten, semipermeablen Verband abgedeckt werden, der eine Inspektion der Stelle ermöglicht und sie gleichzeitig vor Kontamination schützt. Der Verband sollte mindestens alle sieben Tage gewechselt werden – früher, wenn er feucht, locker oder sichtbar verschmutzt ist. Beim Verbandwechsel sollte die Haut mit einer zweiprozentigen Chlorhexidinlösung in 70-prozentigem Alkohol gereinigt werden.  
  • Um ein Verrutschen des Katheters zu vermeiden, sollte der Katheter mit einer geeigneten Fixierungsvorrichtung wie StatLock® oder SecurAcath® gesichert werden. Klebebänder allein bieten keinen ausreichenden Schutz für den Katheter. Die äußere Länge des PICC sollte bei jedem Verbandwechsel gemessen und dokumentiert werden. Jede Längenänderung kann darauf hindeuten, dass sich der Katheter verschoben hat.
  • Spülen und Blocken hat sich als äußerst wirksam bei der Vorbeugung von Okklusionen und Infektionen erwiesen. Für die Spülung empfehlen wir die pulsatile Technik („push-pause”) mit Kochsalz: Intermittierende Spülung mit 10 Bolusdosen à 1 ml und einem Zeitintervall von 0,4 Sekunden zwischen zwei Bolusdosen. Dies erzeugt Turbulenzen im Katheter, um kleine Gerinnsel oder Rückstände zu lösen. Nach der Spülung sollte ein abschließender Überdruck aufrechterhalten werden. Nadellose Anschlüsse (Endkappen) sollten mindestens wöchentlich oder bei Verschmutzung ausgetauscht werden.

Locklösungen für PICCs

Ohne antimikrobiellen Schutz gelangen schnell alle möglichen Keime in den Katheter. Dies führt zu Biofilm, bestehend aus Mikroorganismen und einer von ihnen selbst gebildeten Schicht, die sie u.a. vor äußeren Einflüssen schützt. Je länger Krankheitserreger dort verweilen, desto resistenter werden sie gegenüber den Abwehrmechanismen des Immunsystems oder Antibiotika. Um katheterassoziierte Infektionen zu verhindern, müssen wir daher die Bildung von Biofilm von vornherein verhindern. Hier kommt die Locklösung ins Spiel: Sie „schließt“ den Katheter während der Zeiträume zwischen den Behandlungssitzungen buchstäblich ab (engl. „lock”), um ihn vor der Besiedlung durch Mikroben zu schützen. Zu diesem Zweck enthalten TauroLock™-Lösungen Taurolidin, einen antimikrobiellen Wirkstoff, der mehr als 500 Bakterien und Pilze abtötet.  
Je nach Bedarf gibt es verschiedene Produktvarianten mit zusätzlichen Wirkstoffen. Alle Varianten sind für zentralvenöse Katheter und Ports, einschließlich PICCs, zugelassen.

Produkt Inhaltsstoffe Empfohlener Anwendungsbereich
  • Taurolidin
  • 4 % Citrat
  • Dialyse
  • Onkologie
  • Parenterale Ernährung
  • Intensivpflege
  • Taurolidin
  • 4 % Citrat
  • 100 IE/ml Heparin
  • Onkologie
  • Parenterale Ernährung
  • Intensivpflege
  • Taurolidin
  • 4 % Citrat
  • 500 IE/ml Heparin 
  • Dialyse
  • Taurolidin
  • 4 % Citrat
  • 25,000 IE Urokinase
  • Dialyse
  • Onkologie
  • Parenterale Ernährung
  • Intensivpflege
  • Taurolidin
  • Parenterale Ernährung
  • Intensivpflege

*Internationale Einheiten

Neben allen oben beschriebenen Maßnahmen spielt die regelmäßige Kontrolle eine entscheidende Rolle bei der Pflege von PICC-Kathetern. Patienten und Pflegekräfte sollten täglich auf Rötungen, Schwellungen, Schmerzen, Überwärmung oder Flüssigkeitsaustritt achten. Fieber, Schüttelfrost oder Unwohlsein sollten umgehend gemeldet werden, da diese Symptome auf eine Infektion hindeuten können. Pflegekräfte sollten bei jeder Verwendung des Katheters dessen Durchgängigkeit überprüfen. Wenn sie beim Spülen auf Widerstand stoßen, sollten sie keine Gewalt anwenden – andernfalls könnte das Material beschädigt werden.  

Regeln für die PICC-Pflege zuhause

  • Spülen und blocken Sie den Katheter regelmäßig, mindestens einmal pro Woche.
  • Führen Sie ein Protokoll über Verbandwechsel und Spültermine.
  • Wechseln Sie den Verband mindestens einmal pro Woche.
  • Überprüfen Sie die Einstichstelle täglich auf Anzeichen einer Infektion oder Verschiebung.
  • Ziehen Sie nicht am Katheter.
  • Verwenden Sie beim Duschen/Baden eine spezielle Abdeckung, um die Austrittsstelle trocken zu halten.
  • Entsorgen Sie gebrauchte Materialien in einem geschlossenen Behälter.
  • Verwenden Sie niemals eine Schere am Katheter.
  • Verwenden Sie Nadeln, Spritzen oder anderes Zubehör nicht wieder.
  • Wenn Verbrauchsmaterialien auf den Boden fallen, entsorgen Sie sie.
  • Halten Sie die Klemmen des Katheters offen und verwenden Sie nadelfreie Anschlüsse.
  • Schützen Sie die Endkappen mit einer Alkoholabdeckung.
  • Vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten (z. B. das Heben von Gegenständen, die schwerer als 5 kg sind).
  • Achten Sie darauf, dass Haustiere nicht in die Nähe des Katheters kommen.

Herausforderungen der PICC-Pflege im Alltag

Das Leben mit einem permanenten Katheter ist keine leichte Aufgabe – aber auch nicht unmöglich. Solange Patienten die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen treffen, können sie die meisten normalen Aktivitäten sicher fortsetzen. Eine der häufigsten Sorgen ist das Duschen und Baden. Patienten dürfen in der Regel duschen, sofern sie den Katheter und den Verband vollständig vor Wasser schützen. Es gibt spezielle Produkte, die genau für diesen Zweck entwickelt wurden: wasserabweisende Schutzhüllen und vollständig wasserdichte Exit-Pockets. Mit letzteren können Patienten sogar schwimmen gehen (sofern ihr Arzt dies genehmigt). Nach jeder Aktivität im Wasser sollte der Verband überprüft werden, um sicherzustellen, dass er fest sitzt und trocken ist. Wenn er feucht oder locker wird, sollte er so schnell wie möglich ersetzt werden.

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Mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen können Patienten mit PICC-Kathetern auch reisen oder baden gehen. Quelle: Canva
  • Patienten sollten den Katheter in der Nähe der Austrittsstelle nicht mit Lotionen, Puder oder Parfüm in Kontakt bringen.
  • Sportliche Aktivitäten können in Maßen ausgeübt werden – mit Ausnahme von Aktivitäten, die kräftige oder wiederholte Armbewegungen erfordern (z. B. Tennis, Golf, Gewichtheben). Der betroffene Arm sollte keine schweren Lasten (mehr als 2-5 kg) tragen. Sanftes Dehnen und die normale tägliche Nutzung des Arms tragen jedoch dazu bei, die Durchblutung aufrechtzuerhalten und Steifheit zu verhindern. Wenn Patienten Schmerzen oder ein Ziehen an der Einstichstelle verspüren, sollten sie die Aktivität sofort unterbrechen.
  • Während des Schlafs sollten Patienten nicht direkt auf dem Arm liegen, in dem der PICC liegt. Der Katheterschlauch kann vorsichtig zu einer Schlaufe geformt und mit medizinischem Klebeband oder einer Netzmanschette fixiert werden, um ein versehentliches Ziehen während der Nacht zu vermeiden.
  • Reisen ist möglich – solange Sie im Voraus planen. Patienten müssen alle notwendigen Utensilien mitnehmen, einschließlich steriler Spülungen, Verbände und wasserdichter Schutzhüllen. Sie sollten außerdem stets die Kontaktdaten ihres Arztes oder ihrer ambulanten Pflegekraft bei sich tragen, falls unterwegs ein Notfall eintritt.

Wann ärztliche Hilfe gefragt ist

Je früher Sie ein potenzielles Problem erkennen, desto eher können Sie schwerwiegende Komplikationen verhindern. Patienten sollten sich immer an ihr medizinisches Betreuungsteam wenden, wenn sie Fieber oder Schüttelfrost haben oder sich allgemein unwohl fühlen. Solche Symptome können auf eine Blutstrominfektion hindeuten. Weitere Warnzeichen sind: 

 

  • Schwellungen, Rötungen oder Ausfluss an der Einstichstelle 
  • Schmerzen in der Schulter oder im Arm an der Stelle, wo der PICC platziert ist 
  • Schwellungen am Arm, Hals oder Gesicht 
  • Probleme, den Katheter zu spülen oder Blut durch den Katheter zu entnehmen 
  • Flüssigkeitsaustritt um die Einstichstelle herum oder aus dem Schlauch 
  • plötzliche Atemnot und Brustschmerzen (mögliche Anzeichen einer Luftembolie oder eines Blutgerinnsels) 

 

Wenn sich der Katheter versehentlich löst oder bricht, sollte das offene Ende schnell mit steriler Gaze abgeklemmt oder zugedrückt werden, um das Eindringen von Luft zu verhindern. Der Patient sollte dann umgehend einen Arzt aufsuchen.

Entfernung des PICC-Katheters

Wenn ein Patient seine Behandlung abgeschlossen hat oder eine schwerwiegende Komplikation auftritt, wird der Katheter entfernt. Der Eingriff wird von einer Fachkraft unter sterilen Bedingungen durchgeführt und dauert nur wenige Minuten: 

 

  1. Eine Pflegekraft oder ein Arzt reinigt den Bereich um die Austrittsstelle.
  2. Anschließend wird der Katheter vorsichtig herausgezogen, während Druck ausgeübt wird, um Blutungen zu verhindern.  

 

An der Austrittsstelle verbleibt dann 24 bis 48 Stunden lang ein steriler Verband, damit sich die kleine Vene verschließen kann. Patienten sollten den Bereich in den ersten Tagen nach der Entfernung weiterhin auf Anzeichen einer Infektion oder anhaltender Blutung überwachen.  

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